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Wirkstoff
auch bezeichnet als:
6-(1-Methyl-4-nitroimidazol-5-ylthio)purin; Azathioprinum
Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Azathioprin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Immunologika, zu welcher der Wirkstoff Azathioprin gehört.
Azathioprin wird bei der Vorbeugung einer Transplantatabstoßung bei Nieren-, Leber-, Herz-, Lungen- oder Bauchspeicheldrüsenverpflanzungen eingesetzt.
Außerdem kann es bei schweren Formen von Autoimmunerkrankungen als Ersatz für Glukokortikoide verwendet werden, wenn diese unverträglich oder wirkungslos blieben. Solche Erkrankungen sind zum Beispiel entzündlich rheumatische Erkrankungen, schwere Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, der systemische Lupus erythematodes, bestimmte Leberentzündungen, Purpura und die autoimmune hämolytische Anämie.
In einer Studie in England wurden Patienten mit schwerer Neurodermitis, die nicht mit örtlichen Medikamenten zu beherrschen war, innerlich mit Azathioprin behandelt. Die Erfolge waren deutlich besser als bei den zum Vergleich mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelten Patienten. In Deutschland ist Azathioprin für das Einsatzgebiet Neurodermitis allerdings noch nicht zugelassen.
Zu folgenden Anwendungsgebieten von Azathioprin sind vertiefende Informationen verfügbar:
Azathioprin zählt zu der Wirkstoffgruppe der Immunologika, es ist ein Immunsuppressivum, also ein Wirkstoff, der die körpereigene Abwehr unterdrückt.
Das menschliche Immunsystem dient der Abwehr körperfremder Stoffe. Findet das Immunsystem solche Stoffe im Körper, folgt eine so genannte Immunantwort. Diese Immunantwort besteht in einer rasanten Vermehrung bestimmter, für die Abwehr wichtiger Blutzellen. Einige dieser Blutzellen produzieren Antikörper, die sich an den fremden Stoff "anheften" und ihn markieren. Daraufhin kann er von Fress- und Killerzellen erkannt und vernichtet werden.
Bei manchen Erkrankungen richtet sich die Aktivität des Immunsystems fälschlicherweise gegen körpereigene Gewebe und zerstört sie. Diese überschießende Immun-Reaktion kann Azathioprin verhindern.
Bei einer Organverpflanzung (Transplantation) wird dagegen absichtlich fremdes Gewebe in den Körper eingebracht. Natürlich reagiert das Immunsystem auch hier mit einer Immunantwort und das Transplantat wird abgestoßen. Azathioprin kann diese Abstoßung verhindern.
Der Wirkstoff ähnelt, nachdem er im Körper aktiviert wurde, chemisch einem wichtigen Baustein der Erbinformation (DNA). Er wird deshalb von den Zellen fälschlicherweise für den Aufbau von DNA verwendet. Diejenigen Zellen, die den Wirkstoff in ihre Erbinformation eingebaut haben, sterben. Krebszellen wie auch Immunzellen während einer Immunantwort haben die Eigenschaft, sich schneller zu teilen und zu vermehren als andere Körperzellen. Dazu benötigen sie viel Erbgut, was sie für die Behandlung mit Azathioprin besonders empfindlich macht.
Weiterlesen: Azathioprin: Zurück zum Überblick
Stand: 29.04.2008
(Die Inhalte des Medikamenten-Ratgebers werden auf Basis fundierter Quellen erstellt)
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