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Schwangerschaft

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auch bezeichnet als:
Gravidität

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Schwangerschaft ist in der Regel keine Krankheit, sondern ein gewünschter und natürlicher Vorgang im weiblichen Körper. Um die Belastungen der Schwangerschaft möglichst gut zu überstehen, können ein paar allgemeine Regeln sehr hilfreich sein:

  • Vorsorgeuntersuchungen:
    Bereits mit der Bestätigung der Schwangerschaft durch den Frauenarzt wird dieser die erste Vorsorgeuntersuchung der Schwangeren durchführen und ihr ihren "Mutterpass" aushändigen. Weitere regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können dazu beitragen, Erkrankungen während der Schwangerschaft früh zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Jede Schwangere sollte daher das Angebot der Vorsorgeuntersuchung regelmäßig nutzen.
  • Ernährung:
    "Doppelt so gut statt doppelt so viel" kann ein sinnvolles Motto der Ernährung in der Schwangerschaft sein. Der Energiebedarf, also der Bedarf an Kalorien, liegt während der Schwangerschaft nur etwa 20 Prozent über dem normalen. Der Bedarf an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen ist jedoch stark erhöht. Deshalb sollte die Schwangere auf eine besonders wertvolle Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und Milchprodukten achten. Unter Beachtung dieser Grundprinzipien wird die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft das normale Maß eher nicht überschreiten. Außerdem sollte man zur Vermeidung von Verstopfung viel ballaststoffreiche Kost, wie Vollkornbrot, rohes Gemüse und frisches Obst zu sich nehmen. Empfohlen werden außerdem ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche.
    Bei Morgenübelkeit können ein paar Maßnahmen Erleichterung bringen. Zu diesen gehört, am besten schon vor dem Aufstehen im Bett eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Viele kleine Mahlzeiten können über den ganzen Tag verteilt werden. Bei manchen Frauen hilft das gründliche Kauen von Nüssen. Eventuell ist auch die Zahnpasta und die Größe der Zahnbürste zu wechseln, falls die alte vermehrt Brechreiz auslöst. Elektrische Zahnbürsten haben in der Regel sehr kleine Köpfe, die angenehmer sein können. Wichtig ist es in jedem Fall, den Flüssigkeits- und Mineralverlust durch das Erbrechen mit Mineralwasser oder Brühe auszugleichen.
  • Trinken:
    Viel zu trinken ist sehr wichtig. Es sollten mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag zu sich genommen werden, nach Möglichkeit deutlich mehr (2 bis 3 Liter). Am besten sind Mineralwasser oder auch Leitungswasser, wenn es die erforderliche Qualität hat. Beim Mineralwasser sollte man auf den Kalziumgehalt achten, wobei ein für Schwangere geeignetes Mineralwasser mindestens 200 Milligramm Kalzium pro Liter enthalten sollten.
  • Vitaminzufuhr:
    Durch eine gesunde ausgewogene Ernährung kann der Vitaminbedarf der Schwangeren in der Regel abgedeckt werden. Eine Ausnahme ist die Folsäure. Folsäure sollte man bei bestehendem Kinderwunsch möglichst schon vor der Schwangerschaft zu sich nehmen. Ein Mangel an Folsäure kann zu schwerwiegenden Schäden beim Ungeborenen führen. Folsäure ist in Kartoffeln, Tomaten, Kohl, Fleisch, Milchprodukten und Fisch enthalten, wird aber durch Kochen und lange Lagerung zerstört. Daher wird die Einnahme von Folsäuretabletten in der Schwangerschaft mit 0,4 bis 0,8 Milligramm pro Tag empfohlen.
  • Zufuhr von Mineralstoffen:
    Auch hier ist der Bedarf in der Regel durch eine ausgewogenen Ernährung gedeckt. Ausnahmen sind die Mineralstoffe Magnesium und Eisen. Ein Magnesiummangel wirkt sich sehr negativ auf die Schwangerschaft aus und kann neben Waden- und Bauchkrämpfen sogar zu Fehlgeburten und frühzeitigen Wehen führen. Empfohlen werden für Schwangere 450 Milligramm Magnesium pro Tag, die am besten in Form von Tabletten eingenommen werden. In den Blutuntersuchungen während der Schwangerschaft wird außerdem die ausreichende Eisenversorgung kontrolliert und gegebenenfalls ein Eisenpräparat verschrieben. Besonders in der Spätschwangerschaft kommt es oft zu Eisenmangel.
  • Ödeme:
    Gegen Wasseransammlungen in den Beinen oder das Gefühl von schweren Beinen hilft es viel zu trinken. In schweren Fällen helfen Kompressionsstrümpfe. Vor allem sollte man so oft wie möglich die Beine hochlagern und Sport treiben. Nehmen die Beschwerden allerdings zu, ist ärztliche Unterstützung erforderlich.
Während der gesamten Schwangerschaft ist Vorsicht geboten, wenn es um die Einnahme von Medikamenten geht. Werdende Mütter dürfen viele Wirkstoffe nicht einnehmen, weil sich deren Wirkung auf das ungeborene Kind übertragen kann. Auch Arzneimittel, die ohne Rezept erhältlich sind, können das ungeborene Kind gefährden und schädigen. Eine Einnahme sollte daher immer erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Das gilt auch für pflanzliche Wirkstoffe.

Gerade Naturheilmittel und Kräutermischungen haben mitunter in der Schwangerschaft gefährliche Auswirkungen. Insbesondere können ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe den Mutterkuchen (Plazenta) passieren und dem Baby schaden. Außerdem besteht bei einigen Wirkstoffen die Gefahr, dass Frühwehen ausgelöst werden. Gerade in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten ist besondere Vorsicht geboten. Auch danach sollten Sie sehr sparsam mit pflanzlichen Wirkstoffen umgehen. Fragen Sie am besten vor einer eventuellen Anwendung einen ausgebildeten und qualifizierten Heilpraktiker, Ihren Arzt oder Apotheker.

Nachfolgend werden einige Pflanzen beschrieben, die während der Schwangerschaft bedenklich sein können. Diese Auflistung erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
  • Abendländischer Lebensbaum (stimuliert die Gebärmutter und Menstruation, könnte dem Fötus schaden)
  • Aloe vera (besonders die Blätter wirken stark abführend und könnten Wehen auslösen, sie sollten daher nicht innerlich angewandt werden.)
  • Basilikum -Öl, Wachholder -Öl oder Nelken -Öl (stimulieren die Gebärmutter und können Wehen auslösen; Diese Öle sollten nur während der Wehen unter fachlicher Anleitung zur Beschleunigung der Geburt angewendet werden.)
  • Beifuß, Polei-Minze oder weiße Meerzwiebel (stimulieren die Gebärmutter und können Geburtsschäden hervorrufen; Diese Pflanzen sollten auch während des Stillens gemieden werden.)
  • Beinwell, Kermesbeere, Goldenes Kreuzkraut oder Mistel (enthalten Giftstoffe, die in die Plazenta wandern und das Baby schädigen könnten)
  • Berberitze (enthält hohe Dosen des Wirkstoffs Berberin, der nachweislich wehenauslösend ist)
  • Blutwurz (stimuliert die Gebärmutter und kann schon in kleinen Dosen Brechreiz auslösen)
  • Eberraute, Hirtentäschel, Mutterkraut, Schöllkraut, Weinraute, Wermuth oder Kanadischer Gelbwurz (stimulieren die Gebärmutter und fördern die Menstruation, können insbesondere Frühwehen auslösen)
  • Teufelskralle, Frauenmantel und Frauenwurzel (stimulieren die Gebärmutter und wirken allgemein wehenauslösend)
  • Herbstkrokus (kann die Zellteilung beeinflussen und zu Geburtsschäden des Babys führen)
  • Küchenschelle (fördert die Menstruation, und sollte daher in der Schwangerschaft gemieden werden; während des Stillens nur sehr vorsichtig verwenden)
  • Rainfarn oder Sassafras (stimulieren die Gebärmutter und können zu Geburtsschäden des Ungeborenen führen)
  • Traubensilberkerze (kann vor allem Frühwehen auslösen, gilt während der Geburt aber als unproblematisch)
  • Faulbaumrinde, Senna und Rhabarber -Wurzel (wirken stark abführend und könnten so eventuell Wehen auslösen)
Bestimmte andere Pflanzen sind nur in größeren Mengen schädlich, als Küchengewürz sparsam eingesetzt gelten sie aber als unbedenklich. Dazu zählen beispielsweise Anis, Fenchel, Kamille, Rosmarin, Kümmel, Oregano, Petersilie, Lavendel, Liebstöckel, Majoran, Salbei, Sellerie, Safran, Bockshornklee, Engelwurz und Zimt. Schwangere sollten jedoch ölige Auszüge aus diesen Wirkstoffen meiden.

Auch Muskatnuss wird als Küchengewürz als weitestgehend unbedenklich eingestuft, sollte aber trotzdem während der Schwangerschaft in nur sehr geringen Mengen verwendet werden. Muskatnuss enthält unter anderem halluzinationsfördernde Inhaltsstoffe, die sich auch auf den Fötus auswirken könnten.

Himbeerblätter entspannen die Gebärmutter, bevorzugt werden sie als Tee zubereitet. Dies kann zu einer vorzeitigen Öffnung des Muttermundes führen. Darum ist eine Anwendung im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel nicht empfehlenswert. In den letzten sechs bis acht Schwangerschaftswochen und während der Wehen eingenommen, können Himbeerblätter jedoch den Geburtsvorgang erleichtern.

Wann zum Arzt?

Beim Ausbleiben der Monatsblutung sollte ein Arzt aufgesucht werden. Treten bei bestehender Schwangerschaft Schmierblutungen vor allem in der zweiten bis vierten Woche auf, muss dringend ein Arzt konsultiert werden. Bei einem negativen Schwangerschaftstest, aber trotzdem ausbleibender Regelblutung, muss ebenfalls eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Bei lang anhaltendem Erbrechen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt ebenfalls für das Auftreten von übermäßigem Durst, bei Krämpfen, vaginalen Blutungen, Bauchschmerzen, zunehmenden Wasseransammlungen im Gewebe (Ödemen) oder ungewöhnlichem, eventuell sogar stark riechendem Ausfluss aus der Scheide.

Weiterlesen: Schwangerschaft: Behandlung mit nicht rezeptpflichtigen Medikamenten

Stand: 23.06.2008
(Die Inhalte des Medikamenten-Ratgebers werden auf Basis fundierter Quellen erstellt)

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