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Anwendungsgebiete & Beschwerden

Krätze

auch bezeichnet als:
Krätzmilben-Befall; Scabies

Die Krätze (Skabies) ist eine durch engen Körperkontakt übertragene Erkrankung, deren Verbreitung in letzter Zeit deutlich zugenommen hat. Sie betrifft alle sozialen Schichten. Auslöser ist eine Milbe, die in der obersten Hautschicht, der so genannten Hornhaut, lebt und dort auch ihre Eier ablegt.

Beim typischen Krankheitsverlauf besteht starker Juckreiz, der besonders nachts unerträglich wird. Beim genauen Hinsehen können die unter der Haut liegenden Milbengänge erkannt werden. Diese sieht man am besten an dünnhäutigen Körperstellen. Die Gänge haben eine Länge von meist 1 bis 5 Millimetern (unter Umständen mehr). Normalerweise schimmern sie blaßrosa bis bräunlich, durch Kratzeffekte können sie aber blutig verändert sein. Auf der Haut sind an typischen Stellen (wie Achselhöhlen, rumpfnahes Oberarmdrittel, Brustwarzen, Gürtellinie, Handgelenke, Genital- und Afterregion, hinterer Unterschenkel und andere) Hautrötungen und Papeln oder Knötchen zu sehen. Dagegen bleiben andere Stellen (wie das Gesicht, der behaarte Kopf und der obere Rücken) meist ohne Jucken oder Rötungen.

Bei Erstinfektion mit der Scabiesmilbe können wochenlang keinerlei Beschwerden bestehen. Den typischen Juckreiz verspürt der Patient erst nach ungefähr vier Wochen.

Anders ist der Verlauf bei Säuglingen oder Kleinkindern. Bei ihnen sind, im Gegensatz zum Erwachsenen, auch Gesicht, Hals und sogar Handflächen und Fußsohlen befallen. Die Hautausschläge können zusätzlich von Bakterien befallen sein (Superinfektion). Säuglinge mit starkem Juckreiz lehnen häufig die Nahrungsaufnahme ab.

Es gibt einige Fälle von Krätze, die für den Arzt schwer zu erkennen sind. Dazu gehört die so genannte gepflegte Scabies, die vor allem bei Patienten auftritt, die häufig baden und duschen. Der starke nächtliche Juckreiz liegt zwar vor, aber nur wenige Hautrötungen und Papeln. Daher ist hier der Nachweis des Milbenbefalls erschwert.

Auch bei alten Menschen ist Krätze schwierig festzustellen. Der starke Juckreiz wird bei ihnen häufig auf die trockene Altershaut zurückgeführt. Untypisch ist auch, dass in dieser Altersgruppe die Hautrötungen und Entzündungen nur schwach auftreten.

Die schwerste und ansteckendste Form der Krätze ist die so genannte Scabies norvegica. Hier herrscht extrem hoher Milbenbefall vor, trotzdem ist der Juckreiz eher gering. Die Ansteckung kann sogar über Gegenstände erfolgen. Bei den Patienten bilden sich dicke Krusten, zunächst an den Händen und Füßen, später auch am Ellbogen, den Handgelenken, Genitalien und am Gesäß. In diesen Krusten sind besonders viele Milben enthalten. Der Juckreiz kann gering sein. Besonders bei Patienten mit Abwehrschwäche kommt diese Form der Krätze häufig vor.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Bei starkem Juckreiz, der besonders nachts auftritt, sollte man einen Arzt aufsuchen. Das Erkennen der Krankheit, besonders wenn sie zum ersten Mal auftritt, ist nicht immer einfach und sollte durch einen Arzt erfolgen.

Besonders bei Schwangeren, Stillenden, Säuglingen und Kindern sollte bei unklarem starkem Juckreiz stets einen Arzt um Rat fragen.

Weiterlesen: Krätze: Das können Sie selbst tun

Stand: 05.06.2008
(Die Inhalte des Medikamenten-Ratgebers werden auf Basis fundierter Quellen erstellt)

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