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Anwendungsgebiete & Beschwerden

Gürtelrose

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auch bezeichnet als:
Herpes zoster; Zoster

Gürtelrose oder Herpes Zoster wird vom Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, das auch Windpocken hervorruft. Das Varizella-Zoster-Virus gehört zur Gruppe der Herpesviren. Herpes-Viren haben die Besonderheit, dass sie nach einer Erkrankung weiterhin unbemerkt im Körper (ganz genau in den Nervenwurzelknoten) verbleiben. Durch verschiedene Umstände können sie reaktiviert werden und erneut dieselbe oder eine andere Erkrankung auslösen. Das Varizella-Zoster-Virus beispielsweise verursacht nach einer durchgemachten Windpockenerkrankung als Zweitinfektion die Gürtelrose.

Um das Erkrankungsmuster der Gürtelrose zu verstehen, bedarf es einer kurzen medizinischen Erläuterung. Im menschlichen Körper gibt es verschiedene Nerven, unter anderem Hirnnerven und Rückenmarksnerven. Diese Nerven versorgen bestimmte Hautareale. Je nachdem, in welchem Nervenwurzelknoten die Herpes-Zoster-Viren nach einer Windpockenerkrankung verblieben sind und reaktiviert wurden, wird dieses Hautgebiet vom typischen Ausschlag der Gürtelrose befallen. Zum Beispiel werden Viren in den Hirnnerven eine Gürtelrose im Gesicht verursachen, befinden sich Viren im Brustwirbelsäulenbereich wird die Gürtelrose im Brustbereich auftreten.

Der Beginn der Gürtelrose ist durch starke Schmerzen und Brennen im entsprechendem Hautgebiet gekennzeichnet. Dies kann begleitet sein von allgemeinem Unwohlsein, Mattigkeit, Frösteln und leichtem Fieber. Vor dem eigentlichen Ausbruch der Hauterscheinungen verspüren viele Betroffene häufig Rückenschmerzen oder Zahnschmerzen. Zwei bis drei Tage nach Auftreten der anfänglichen Schmerzen bilden sich leicht erhabene und gerötete Stellen auf der Haut. Im weiteren Verlauf schießen Gruppen kleiner, stecknadelkopfgroßer Bläschen und Knötchen auf geschwollenem und gerötetem Untergrund hervor. Der Ausschlag erinnert an Windpocken, ist aber im Gegensatz zu diesem nur auf einen bestimmten Hautbereich (oft einseitig im Brustbereich) begrenzt. Das befallene Gebiet kann überempfindlich sein und schmerzt meist stark. Zusätzlich können Fieber und geschwollene Lymphknoten auftreten. Die Bläschen füllen sich mit einer klaren oder weißen, infektiösen Flüssigkeit und sollten aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit nicht eröffnet werden.

Nach weiteren zwei bis fünf Tagen beginnen die Bläschen mit abnehmender Rötung der Umgebung einzutrocknen. Zuerst wird ihr anfänglich wasserklarer Inhalt trüb und eitrig, dann bildet sich eine gelbliche Kruste aus. Nach etwa zwei bis drei Wochen ist die Haut in der Regel vollständig abgeheilt.

Die Bläschen sind bis zum Eintrocknen stark ansteckend. Gelegentlich kommt es zu Einblutungen in das Innere der Bläschen. Dann spricht man vom so genannten hämorrhagischen Zoster. Die eingebluteten Bläschen hinterlassen fast immer kleine Narben.

Vor allem bei älteren Menschen können die Nervenschmerzen (postzosterische Neuralgie) an den betroffenen Körperstellen noch Wochen oder Monate andauern.

Gefürchtet ist beim Zoster der Befall des Auges (Zoster ophthalmicus) sowie des Ohres (Zoster oticus). Befällt der Zoster die Bindehaut und die Hornhaut des Auges, kann das Sehvermögen leiden, im schlimmsten Fall kommt es zur Erblindung. Auch der Befall des Ohres kann zu Funktionseinbußen führen: das Hörvermögen, der Gleichgewichts- sowie der Geschmackssinn und das Berührungsempfinden können beeinträchtigt und die Gesichtsmuskulatur gelähmt werden.

Bei Menschen mit einem geschwächten körpereigenen Abwehrsystem (beispielsweise während einer Krebstherapie oder AIDS-Patienten) kann eine Gürtelrose zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. So kann sich das Virus über den ganzen Körper ausbreiten und das gesamte Nervensystem befallen (so genannter Zoster generalisatus). Häufiger aber werden andere Organe befallen. Breitet sich das Virus beispielsweise von den Nerven zu den Hirnhäuten aus, kommt es zu einer Rückenmarks- oder Hirn- und Hirnhautentzündung. Ist der fünfte Hirnnerv (Facialisnerv) betroffen, kann es zur kompletten Lähmung einer Gesichtshälfte kommen. Dies wird medizinisch als Facialisparese bezeichnet.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Bei starken Schmerzen in einem begrenzten Hautgebiet, die von Brennen, Unwohlsein und leichtem Fieber begleitet werden, kann es sich um den Beginn einer Gürtelrose handeln. Sinnvoll ist es, schon in diesem Stadium einen Arzt aufzusuchen. Spätestens aber ist ein Arztbesuch empfehlenswert, wenn sich stecknadelkopfgroße Bläschen und Knötchen bilden.

Bei Hautausschlägen im Gesicht ist unbedingt eine ärztliche Betreuung notwendig. Insbesondere dann, wenn die Bläschen auf Ohr, Mund oder die ganze Gesichtshälfte übergreifen. Befällt der Bläschenausschlag das Auge, sollte immer ein Augenarzt zur Behandlung hinzugezogen werden.

Weiterlesen: Gürtelrose: Das können Sie selbst tun

Stand: 20.06.2008
(Die Inhalte des Medikamenten-Ratgebers werden auf Basis fundierter Quellen erstellt)

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